Futter-Info

Das „richtige“ Futter – was ist wichtig?

Welches ist das richtige Futter für meinen Hund? Darauf gibt es keine Antwort im Sinne „das Produkt“! Die Ernährung soll auf die Bedürfnisse des jeweiligen Individuums art- und situationsgerecht angepasst sein. Was bedeutet das? Ein Welpe braucht mehr Nährstoffe für seine Entwicklung, ein aktiver Hund braucht mehr Energie als „ruhigere“ Artgenossen, Senioren haben einen langsameren Stoffwechsel und meist weniger Bewegung. Dazu kommen noch rassespezifische Eigenarten und manchmal leider auch Unverträglichkeiten. Die Futtermittelindustrie hat sich darauf eingestellt und stellt viele verschiedene Futtersorten und –arten als sogenanntes „Alleinfuttermittel“ her, das meist auch über eine längere Haltbarkeit verfügt. Das Futter unterscheidet sich darüber hinaus noch in der Herstellung. So gibt es Nassfutter und Trockenfutter, letzteres als extrudierte und kaltgepresste Variante. Eine weitere Alternative ist BARF, worauf wir ebenfalls eingehen.
Für alle Futterarten gilt: Kriterien für gutes Futter sind die Inhaltsstoffe und die Zusammensetzung.

Ein gutes Hundefutter wird durch den Organismus des Hundes gut verwertet, was an einem fast geruchlosen Kotabsatz, hoher Vitalität und einem glänzenden Fell erkennbar ist. Grundsätzlich sind die Anteile der Nährstoffe unter dem Begriff „analytische Bestandteile“ auf der Verpackung aufgeführt. In der Tabelle haben wir die wichtigsten Nährstoffe für Sie zusammengefasst:

Bestandteil AufgabenBenötigte MengeInformationen, Besonderheiten
RohproteinAufbau von körpereigenem Gewebe wie Muskeln und Knochen, Stärken von Haut und Organen
Enzyme, Blut und Hormone benötigen ebenfalls Proteine
20 – 25 % in Trockenfutter
8 – 10 % in Nassfutter
Hochwertiges Protein kommt hauptsächlich von Muskelfleisch
Minderwertiges findet sich in Schlachtabfällen
RohascheVersorgung mit anorganischen Substanzen wie Magnesium, Kalzium, Zink oder Kieselsäure5 – 8 %, max. 10 % bei Trockenfutter
unter 2 % bei Nassfutter
Entsteht nach der Verbrennung des Futters
Anteil sollte ausgewogen sein
Manchmal werden günstige, aber unnötige Knochenmehlprodukte beigemengt
RohfaserUnterstützung der Verdauung
Anregung der Darmtätigkeit
Stärken einer gesunden Darmflora
Beeinflusst Konsistenz und Form des Hundekots
2 – 3 % bei Trockenfutter
0,2 – 5 % bei Nassfutter
Anteil der Ballaststoffe
Zu hoher Anteil kann zu Blähungen und zu großen Mengen Kot führen
Pansen ist mit Rohfasern gefüllt
Ansonsten in Form von Gemüse und Obst
RohfettLiefern Energie
Sorgen für gesunde Haut und glänzendes Fell
12 – 15 % für Hunde mit normaler bis weniger Bewegung
Mindestens 15 % bei Trockenfutter für aktive Hunde
1 % im Nassfutter
Hochwertig sind u.a. Lachsöl, Leinöl, Dorschöl, Kürbiskern-oder Hanföl

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Inhaltsstoffe im Hundefutter

Was sind mögliche Inhaltsstoffe von Hundefutter und was bedeuten die Angaben auf der Verpackung?

  • Der Fleischanteil gibt den Wert für Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse an. Leider wird oft nicht genau deklariert, worum es sich handelt. Bei „Fleisch“ handelt es sich um hochwertiges Muskelfleisch, „tierische Nebenerzeugnisse“ sind leider nicht so genau definiert, es können Innereien, Herz, Lunge, Nieren oder Panzen (gewaschen) sein oder auch minderwertige Schlachtabfälle wie Haut, Horn, Knochen, Därme und Schwarte oder gar Schnäbel.
  • Bei Fisch und seinen Nebenprodukten ist es analog wie beim Fleischanteil, es gibt Fischfilet und andere Bestandteile.
  • Pflanzliche Nebenprodukte sind Gemüse, Getreide sowie Hülsen- und Ölfrüchte. Sie sind teilweise gesundheits- und verdauungsfördernde Nahrungsbestandteile.
  • Als technologische Zusatzstoffe werden Konservierungsmittel, Trenn- und Bindemittel, Stabilisatoren, Verdickungs- und Geliermittel sowie Säureregulatoren bezeichnet. Sie sind teilweise wichtig, weil sie wie Emulatoren für eine einheitliche Konsistenz von Öl und Wasser sorgen oder als natürliche Antioxidantien zur Verhinderung von ranzigen Fett eingesetzt werden.
  • Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe sollen die Gesundheit Ihrer Lieblinge unterstützen. Vitamine, Provitamine, Aminosäuren und Spurenelemente sollten in der richtigen Zusammensetzung enthalten sein.
  • Die Beeinflussung von Leistung und Gesundheit Ihres Hundes kann durch Hinzufügen von zootechnischen Zusatzstoffen erfolgen – beispielsweise durch Stabilisatoren für die Darmflora oder verdauungsfördernde Enzyme.
  • Aroma- und Farbstoffe als sensorische Zusatzstoffe beeinflussen Aussehen und Geschmack des Futters.  

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Trockenfutter

Extruiertes Hundefutter

Bei der Extrusion werden die Rohstoffe zunächst getrocknet, gemahlen und gemischt. Sobald sie die entsprechende Konsistenz erreicht haben, werden sie erhitzt und mit Druck durch Düsen gepresst, wobei sie ihre Form erhalten. Anschließend werden Vitamine, je nach Hersteller synthetische oder natürliche Antioxidantien und Lösungen aus Eiweißhydrolyten oder Fetten aufgesprüht, um die Nährstoffe zu ergänzen.

Kaltgepresstes Hundefutter

Bei kaltgepresstem Futter werden die Rohstoffe ebenfalls zunächst getrocknet, gemahlen und vermischt. Sie werden dann mit kaltem Wasser besprüht und ohne zusätzliches Erhitzen in Form gepresst. Die dabei entstehenden Temperaturen liegen deutlich unter denen des Extrusionsverfahren, was zur Bezeichnung „kalt gepresst“ geführt hat.

Fazit

Extrusion ermöglicht einen besseren Aufschluss von im Futter enthaltenen Nährstoffen, das Futter soll besonders gut verdaulich sein. Die hohen Temperaturen können sich negativ auf die enthaltenen Nährstoffe auswirken, daher werden diese nachträglich wieder zugeführt. Die Herstellung im Kaltpressverfahren gilt als schonender, die Nährstoffe bleiben erhalten.

Gutes Trockenfutter kann mit beiden Verfahren hergestellt werden, wenn hochwertige Rohstoffe in der richtigen Zusammensetzung verwendet werden. So sollte auf künstliche Zusatzstoffe verzichtet werden. Schwierig ist die Beurteilung der „tierischen Nebenerzeugnisse“, da hierzu auch Bestandteile wie Pansen, Herz, Lunge, und Nieren zählen. Leider umfasst das deutsche Futtermittelrecht auch jene Nebenerzeugnisse, welche nur schlecht verwertbar sind wie Haut, Horn, Därme, Schwarte und ähnliches. Eine detaillierte Aufzählung der Inhaltsstoffe wäre vorteilhaft.

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Nassfutter

Wie es der Name vermuten lässt, enthält Nassfutter einen hohen Wasseranteil. Die Rohstoffe werden nicht getrocknet, sondern feucht verarbeitet, das heißt gemischt und gekocht. Das enthaltene Fleisch ist meist deutlich erkennbar, teilweise auch in größeren Stücken enthalten. Die Variationen sind ähnlich zahlreich wie beim Trockenfutter, jede Zusammensetzung individuell, je Hersteller und Marke. Der Geruch ist meist deutlich intensiver als beim Trockenfutter, laut Hersteller ebenso der Geschmack. Dabei ist der Geschmackssinn unserer Fellnasen längst nicht so stark ausgeprägt, viel wichtiger ist bekanntlich der Geruchssinn.

Trocken versus Nass

Durch den erhöhten Flüssigkeitsgehalt müssen damit ernährte Hunde weniger Wasser aufnehmen. Trockenfutter wiederum unterstützt die Zahnreinigung, sofern auf Einweichen verzichtet wird.

Trockenfutter ist, auch in angebrochener Packung, länger haltbar als Nassfutter. Wird Nassfutter portionsweise hergestellt, je nach Menge beispielsweise in Dosen geliefert, sind die jeweiligen Einheiten oft ebenso längere Zeit haltbar.

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BARF

Biologisch artgerechte Roh-Fütterung, kurz BARF genannt, bedeutet die Fütterung mit rohen Zutaten. Der Wolf als Vorfahre der Hunde wird gerne in diesem Zusammenhang genannt, vergessen jedoch einige dabei die Veränderungen der Jahrtausende. So kann der Hund im Gegensatz zu seinem Verwanden pflanzliche Kost viel besser verwerten, er braucht diese sogar in entsprechenden Futteranteilen. Das Revier unserer zahmen Wolfsabkömmlinge ist auch wesentlich kleiner und jagen muss auch kein Hund. Unter Berücksichtigung dieser Unterschiede ist die Fütterung mit Rohkost, bei der selbstverständlich Fleisch eine große Rolle spielt, eine teilweise aufwändige, aber gute Alternative. Wichtig ist die Ausgewogenheit des Futters. Hier sind nicht primär verschiedene Fleischsorten gemeint sondern wichtige Zusatzstoffe wie Vitamine und Mineralien, welche über Obst, Gemüse und Kräuter verabreicht werden. Wer nur Fleisch füttert wird bald mit Mangelerkrankungen konfrontiert. Der Markt bietet eine große Auswahl an BARF Futtermittel und Futtermittel-Ergänzungen, wer sich für BARFen entscheidet, sollte sich ausführlich beraten lassen und sich umfassend informieren.

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